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Das Stiftsmuseum Millstatt

Das Stiftsmuseum Millstatt wurde 1981 von Univ. Prof. DDr. Franz Nikolasch gegründet und in der Folgezeit erweitert. Es bietet einen umfassenden Überblick über die Geschichte Millstatts und eine Dokumentation der mit diesem Ort in Beziehung stehenden Kulturgüter.

Die frühesten Zeugnisse einer Besiedelung des Millstätter Raumes reichen in die Jungsteinzeit (ca. 4000 v. Chr.) zurück; aus der Bronze- und Eisenzeit sind ebenfalls Funde vorhanden. Im Römischen Reich lag dieses Gebiet im unmittelbaren Einzugsbereich der Stadt Teurnia (St. Peter in Holz); sowohl der Uferbereich als auch das Hochplateau waren besiedelt. Für das 5. und 6. Jh. ist dies durch die Ausgrabungen einer christlichen Kirche in der Ortschaft Laubendorf nachgewiesen.

Zur Zeit Kaiser Karls d. Gr. wandelte ein slawischer Stammesführer namens Domitian ein bestehendes heidnisches Heiligtum mit zahlreichen Götterstatuen ("mille statuae") in eine christliche Kirche um und bekehrte sein Volk zum christlichen Glauben. Er wird seither als Heiliger verehrt ; seine Reliquien befinden sich in der nach benannten Kapelle.

Um 1070 wurde durch die bayrischen Grafen Aribo und Poto aus dem Geschlecht der Aribonen ein Benediktinerkloster gegründet, das mit dem Neubau von Kloster und Kirche in der 1. Hälfte des 12.Jhs. eine Blütezeit erreichte, die bis in den Anfang des 13. Jhs. reichte. Von besonderer Bedeutung sind die Zeugnisses romanische Plastik am Hauptportal der Kirche und im Kreuzgang mit dem Seitenportal der Kirche. In der 2. Hälfte des 12. Jhs. bestand in Millstatt ein bedeutendes Skriptorium, aus dem zahlreiche bedeutende Handschriften hervorgingen, u.a. die berühmte "Millstätter Handschrift". In zahlreichen Faksimile-Blättern wird im Stiftsmuseum dieses Skriptorium dokumentiert. Aus der Zeit um 1140 stammt auch der Reliquienschrein des hl. Domitian, ein seltenes Beispiel von Reliquiaren aus der Romanik.
1469 wurde das Benediktinerkloster aufgehoben und an seiner Stelle der Hauptsitz eines von Kaiser Friedrich III. gegründeten St. Georgs-Ritterordens errichtet. Zahlreiche Kunstwerke sind diesem Orden, vor allem den beiden Hochmeistern Johann Siebenhirter und Johann Geumann, bzw. den beiden Kaisern Friedrich III. und Maximilian I., die sich dem Orden besonders verbunden fühlten, zu verdanken. Dazu zählen eine Reihe kostbarer Handschriften wie das Gebetbuch des Johann Siebenhirter, das Prunk-Antiphonar des Ordens sowie bedeutende Inkunabeln aus der Frühzeit des Buchdrucks und vor allem das berühmte Gebetbuch Kaiser Maximilians I., das mit dem St. Georgs - Ritterorden in Verbindung steht. Das Handexemplar des Kaisers, das sich als besonders behüteter Schatz in der Bayerischen Staatsbibliothek befindet, ist mit Federzeichnungen von A. Dürer, A. Altdorfer L. Cranach und anderen Künstlern aus dem Umfeld des Kaisers.. Das Stiftsmuseum bietet an Hand von Faksimilia einen Einblick in diese Blütezeit Millstatts. 1495 schenkte Graf Leonhard von Görz nach dem Tode seiner Gattin Paola Gonzaga deren Brauttruhen, die nach Entwürfen Andrea Mantegnas angefertigt waren, dem St. Georgs-Ritterorden zu Millstatt. Eine dieser Truhen ist heute im Stiftsmuseum ausgestellt. Aus der Zeit um 1525 bis 1550 stammen auch die Kritzelinschriften in einem Kerkerraum. In ihm waren vermutlich Wiedertäufer, Anhänger des Jakob Hutter, gefangen.
1598 wurde der St. Georgs-Ritterorden aufgehoben und seine gesamten Besitzungen dem Jesuitenorden als wirtschaftliche Grundlage für Kolleg und Universität in Graz übergeben. Aus dieser Zeit stammen kostbare Paramente und liturgische Geräte. 1773 wurde der Jesuitenorden aufgehoben, der gesamte Besitz ging in staatliche Verwaltung über und führte zum Verlust bedeutender Kulturgüter.

Eine eigene Abteilung des Museums gibt einen Überblick über die Mineralien, Erzvorkommen sowie Bergwerksanlagen und Verarbeitungsstätten im Oberkärntner Raum vom 15. bis zum 19. Jh. mit zahlreichen Grubenkarten und Plänen. Besonders bedeutsam sind Mineralienfunde vom Südufer des Millstättersees, die u.a. österreichische und europäische Erstfunde darstellen.

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